Schritt 1: Schatz, ich will ein Haus mit Dir!

Irgendwann, spätestens wenn die Kinder größer werden, ist die Frage:

Ziehen wir in eine andere Wohnung oder bauen wir ein Haus?

Sicher habt Ihr das gut überlegt. Und ich will Dich auch nicht nochmal mit den ganzen Vorteilen langweilen.

Nur 2 Dinge:

  • Das Wichtigste ist letztlich, dass es ein gemütliches Heim wird, in dem Ihr zufrieden leben könnt. Das gebaute Haus ist nur die Hülle. Es nützt ja nix, wenn das Haus super toll wird und Du am Ende allein einziehst.
  • Wenn Du den Hausbau als Investition betrachtest, dann findest Du in dieser Studie auch kritische Töne. In vielen Teilen Deutschlands sind wir wohl gerade am Ende der Preissteigerungsphase angekommen. Die Immobilienpreise könnten also in den nächsten Jahren auch wieder fallen.

Ihr seit euch also einig? Ihr wollt es?

Das verstehe ich.

Also los.

Schritt 2: Wie hoch ist unser maximales Budget?

Wo ist das Sparschwein?

Und warum ist da nicht mehr drin?

Hmm, sehen wir mal wie weit wir kommen.

Wieviel Immobilie Du Dir leisten kannst, erfährst Du ganz bequem mit diesem Budgetrechner.

Schritt 3: Wieviel Haus bekomme ich für das Budget überhaupt?

Die Kostenplanung ist wie eine Drehung, die Du mehrmals üben wirst.

Das ist normal.

Dabei wirst Du immer genauer, weil Du immer mehr Kosten realistisch eingeschätzen kannst.

Hier mal ein Beispiel, wie sich die Kosten verteilen können.

HausbauSchitte_Gesamtprojektkosten
Quelle: BKI: DURCHSCHNITTLICHE KOSTENANTEILE FÜR EIN ARCHITEKTENHAUS ( EIN- ODER ZWEIFAMILIENHAUS) IN HOLZBAUWEISE, NICHT UNTERKELLERT VOM 1. QUARTAL 2018 – GRUNDSTÜCKANTEIL VOM PROJEKT BAUMIN ÜBERNOMMEN, UM VERGLEICHBARKEIT HERZUSTELLEN. BAUMIN ZEIGT DIE KOSTENANTEILE BEI MEINEM HAUS.

Du siehst: Das Haus kostet Dich nur ungefähr 60% der Gesamtprojektkosten.

Die Anteile schwanken und als Bauherr kannst Du aktiv Einfluss nehmen.

Ich habe 15% gespart, indem ich mich als Bauherr richtig reingehängt habe.

Die Gesamtprojektkosten beziehen sich auf ein frei geplantes Architektenhaus.

Bei Massiv- oder Fertighäusern sind die Kosten für das Bauwerk höher und die Baunebenkosten geringer.

Wollen wir mal schnell schaun, ob Dein Budget passen könnte?

Mit diesem einfachen Kostenrahmen:

  • Grundstückspreise nach Vergleichsangeboten bei Dir um die Ecke
  • + Haus mit mindestens 2.000€/qm
  • + 25% der Hausbaukosten nochmal drauf für die restlichen Kostenblöcke

Das ist eine erste Grundlage, ob Dein Plan realistisch ist.

Quick & Dirty.

Wahrscheinlich brauchst Du eine Finanzierung.

Gut, wenn Du mind. 20% Eigenkapital auftreiben kannst.

Schritt 4: Finanzierung? Frag ma Oma!

Oma gibt vielleicht was dazu. Ich finde es aber fast besser, wenn Du erst mal ohne Oma auskommst.

Schließlich ist man mit selbst verdientem Geld am Sparsamsten.

Trotzdem: Du brauchst wahrscheinlich eine Finanzierung.

Dazu nur soviel: Achte auf „Kleinigkeiten“ wie Zinsbindung, Sondertilgungsmöglichkeiten und Ratenpausen.

Je flexibler, desto besser.

Weil kein Leben so gerade verläuft, wie man´s denkt.

In 20 Jahren kann viel passieren.

Wenn Du einfach verschiedene Anbieter vergleichen willst, dann hab ich was für Dich.

Eine fast ausgestorbene Spezies:

Werbung, die Dich weiter bringt.

Ja sowas gibt´s auch… nur eben selten.

Schritt 5: Der um den Fördertopf tanzt

Was Dir passieren kann, wenn Du Dich auf staatliche Förderung verlässt, spüren gerade Tausende Bauherren: Am 24.1.2022: Stop der KfW Förderung für KfW 55 und 40 Häuser. – vor Fristende – Erst am 2.2. darf man sicher sein, dass nicht bearbeitete Anträge doch noch bewilligt werden. Eine Zitterpartie, die Dir bei staatlicher Förderung immer passieren kann.

Aber es lohnt sich in die Fördertöpfe zu schaun, denn nicht nur der Bund hat da so einiges zu bieten. Auch die Länder fördern, beispielsweise den ländlichen Raum.

Schritt 6: Das Grundstück – Wer hat noch ein Plätzchen frei?

Es geht voran.

Als nächstes brauchst Du ein konkretes Angebot für ein Grundstück, dass Du kaufen kannst.

Hier erfährst Du wie Du zu einem Grundstück kommst.

Und gib Dir etwas Zeit: Ein Grundstück zu kaufen ist eine echte Mission.

Schritt 7: Die Gesamtprojektkosten – Was, das auch noch?

Kommen wir zu einer Tanzfigur, die immer noch einige weglassen.

Vielleicht, weil Sie das Ergebnis fürchten.

Aber es hilft nicht´s.

Du musst der Realität ins Auge schauen.

Haltung bewahren:

Jetzt kannst Du die Gesamtprojektkosten schätzen. Vergiss dabei diese Kostengruppen nicht.

Es lohnt sich alle Kostengruppen zu kennen und sorgfältig zu schätzen.

Auch wenn Dir mittendrin schlecht wird.

Zieh es durch.

Es gibt immer Wege die Kosten zu minimieren.

Und auch wenn Du am Ende daneben liegst, bist Du immer noch näher dran, als alle die sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben.

Damit senkst Du Dein Risiko für eine teure Nachfinanzierung.

#Komm, wir trinken erstmal Einen

Du hast ein gutes Stück geschafft.

Lass das Ergebnis ein paar Tage sacken.…

Gönn Dir ne Auszeit.

Was Schönes, Du hast es Dir verdient.

Wenn Du weiter arbeiten möchtest, so könnte es gehen:

Schritt 8: Drehung – Inspiration – Alternativen

Es gibt Hoffnung. Lass die Baupreise nicht Deinen Traum zerstören.

Alles, was Du jetzt brauchst ist Mut und Inspiration.

Egal, wie sehr Dich die Gesamtprojektkosten geschockt haben.

Jetzt kommen wir zum angenehmen Teil:

Lass Dich inspirieren.

Von Zeitschriften, Pinterest oder von der Nachbarschaft.

Alles ist erlaubt.

Ich stehe dabei immer noch auf die guten alten Bücher.

Deshalb scanne ich regelmäßig Neuerscheinungen und kann Dir die besten Hausbau Bücher der letzten Jahre empfehlen.

Damit Deine Inspiration sich nicht in Luft auflöst, brauchst Du einen Ideensammler.

Bei mir war das Pinterest und ein Skizzenblock.

Später, in der Planungsphase kannst Du so schnell zugreifen.

Wenn Du zu den Einträgen das Datum schreibst, findest Du Notizen leichter wieder.

Hausbau Schritte Dokumentation
Skizzenblöcke – meine ständigen Begleiter – Ein praktischer Ideensammler, der auch ohne Akku funktioniert.

Schritt 9: Welcher Projekttyp passt zu Dir?

In dieser Phase solltest Du Dich auch entscheiden, welcher Hausbau Typ Du bist.

Bist Du ein Architektenhausverehrer, ein Massivhaustraditionalist oder ein Fertighauspragmatiker?

Wenn Du Dich für eine Projektart entschieden hast, wird es langsam spannend.

Bauherrenwahl: Die Anbietersuche beginnt.

Schritt 10: Anbieter kontaktieren

Die Anbieterkontakte haben bei mir übrigens dazu geführt, dass ich den Projekttyp gewechselt habe.

Von Fertighaus zum Massivhaus und schließlich zum Architektenhaus.

Gute Entscheidungen brauchen halt Ihre Zeit.

Kein Hausbau läuft so gerade, wie die Autobahn zwischen Berlin und Hannover, wo Du über 400km/h fahren kannst.

Jedenfalls hab ich mir so einige Termine gegönnt: 4 Fertighaus Firmen, 4 Massivhausbauer und 11 Architekten.

Die Vorgehensweise war immer gleich: Anbieter anrufen, Projekt ungefähr umreisen und Termin anfragen.

Die Quote war ungefähr 3:1.

Ich habe also 3 Firmen kontaktiert, bevor ich einen Termin hatte.

Dabei sind die raus gefallen, die schon am Telefon großkotzig waren, oder erst in 2 Jahren einen Termin frei hatten.

Wenn Du wirklich die Wahl haben willst, dann musst Du Strecke machen.

Auch wenn Du schon weisst, welchen Projekttyp Du willst.

Schritt 11: Anbieter auswählen

Egal wie Du baust: Eine wirklich breite Kontaktaufnahme beschert Dir den Luxus, dass Du auch heute noch wählen kannst. Obwohl jeder auf dem Bau gut zu tun hat. So kannst Du Dir alle Zeit der Welt nehmen und lässt Dich nicht zu einer Entscheidung drängen.

Sicher, Referenzen sind gut, aber alss Dich nicht blenden.

Herausgeputzte Referenzen von Bauherren, die oft auch noch Provision kassieren, würde ich heute links liegen lassen.

Eine realistische Einschätzung bekommt man da nicht.

Letztens habe ich meine Pflasterer gefragt, wie Sie Handwerker auswählen:

Sie schauen sich die Baustellen an.

Nicht das fertige Haus.

Warum?

Weil man schon am Prozess sieht, ob das Ergebnis gut wird. Das kann ich bestätigen.

Übrigens ist der Zahlungsplan ein oft vernachlässigter Faktor bei der Anbieterwahl. Keinesfalls würde ich mich auf Abschlagszahlungen einlassen, die über den Baufortschritt hinaus gehen. Im Zweifel ist das Geld nämlich das einzig wirksame Druckmittel.

Schritt 12: Planungsphase

Um schnell voran zu kommen, ist es immer gut zu wissen, was man will.

Du arbeitest nun mit den Ergebnissen vom Schritt 7 weiter.

Also: was darf es denn sein?

  • Bungalow / 1,5 Geschosser oder 2 Geschosser?
  • Wieviele Zimmer mit welcher Nutzung und wieviel qm?
  • Wo steht das Auto, die Mülltonnen und die Fahrräder?

Im Optimalfall denkst Du in der Planungsphase schon an den Garten. Richtig gute Ergebnisse bekommst Du nur, wenn Haus und Garten optimal zusammen funktionieren.

Spätestens jetzt solltest Du auch ganz konkret werden und ansprechen, welche Sparmaßnahmen Du vor hast. Denn in der Planungsphase wird ein Großteil der späteren Kosten festgelegt.

Also besteht hier auch das größte Sparpotential.

Schritt 13: Der Bauantrag

Wenn Du den Anbieter gut ausgewählt hast, dann hast Du jetzt erst mal wenig zu tun. Darum kümmert sich ein Bauvorlageberechtigter, also ein Architekt oder Bauingenieur. Es schadet aber nicht, die Kommunikation im Auge zu behalten. Bei mir haben Unterlagen gefehlt und dem Architekten war das gar nicht bewusst. Ist mir egal, wer Schuld ist, Hauptsache es geht schnell weiter.

Schritt 14: Der Baustart

Ein tolles Gefühl. Endlich geht es los. Du hast ja alles gut vorbereitet. Jetzt sind erstmal andere dran. Jetzt solltest Du trotzdem immer erreichbar sein. Vielleicht wird ja ein T. Rex Schädel bei den Tiefbauarbeiten gefunden.

Und wenn nicht, gibt es immer noch genug andere Dinge, die eine schnelle Absprache brauchen.

Wenn Du Kostensteigerungen verhindern willst, schaust Du, dass Du bei Bedarf schnell mal 2 Tage Urlaub nehmen kannst, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Irgendwas ist immer.

Schritt 15: Bemusterung und Materialwahl

Sei darauf gefasst, dass Dich die Auswahl erschlägt. Besser Du weist schon vorher, wo die Reise hin gehen soll.

Ein Thema ist immer gut.

Ein Thema, dass Du dann konsequent bei allen Entscheidungen nutzt.

Bei mir ist das Eichenholz, weil wir fällen mussten. Und ich das ganze Holz nicht nur verbrennen wollte.

Das kann aber auch ein anderes Material sein, oder eine Leitfarbe.

Wenn Du Dir mal richtig schöne Häuser anschaust, gibt es meist nur 1 Motiv, dass die gesamte Gestaltung dominiert.

Schritt 16: Eigenleistungen

Vor dem Bau denken Bauherren bei Eigenleistungen an Kosteneinsparung.

Nach dem Hausbau an Blut, Schweiss und Tränen.

Es ist schon anstengend, wenn Du wirklich mit baust.

Ich hab´s gemacht, und ich kann Dir sagen: Je unüblicher die Arbeit als Eigenleistung ist, desto mehr sparst Du.

Beispiel gefällig: Latten für´s  Gründach montieren: 8 Stunden Aufwand, ca. 1.300€ gespart.

Wenn Du mehr dazu wissen willst, wieviel man durch Eigenleistungen sparen kann und was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, dann hier lang bitte: Mein eBook zum Thema Sparen beim Hausbau.

Ich geb´s zu: Ich hab Eigenleistungen bis an die Grenze getrieben.

Seit 2 Jahren pflege ich sogar meine Bäume selber. Bis in 25m Höhe.

Aber Fliesen habe ich nicht selbst gelegt. Weil ich an anderer Stelle mehr sparen konnte. Und weil man bei den Endoberflächen die handwerkliche Praxis am Ende eben doch sieht.

Schritt 17: Abnahme und Einzug

Es ist sicher ganz gut, dem Schritt etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich dreht sich hier die Beweislast um.

Beim Fertig- oder Massivhausbau würde ich einen Bausachverständigen hinzu ziehen. Aber nicht erst zur Abnahme, sondern als fortlaufende Baubetreuung. Denn die richtig üblen Geschichten sind schnell wieder zugebaut und am Ende gar nicht mehr zu sehen.

Wenn Du mit Architekten baust, dann schaut er, dass entsprechend dem Leistungsverzeichnis gebaut wurde. Aber kleinere Schönheitsfehler sind nicht jedem Architekten wichtig. Dir vielleicht schon, also nimm Dir bei der Vorbereitung ruhig etwas mehr Zeit. Blinde Expertenverehrung führt Dich selten zum optimalen Ergebnis.

Übrigens: laut einer Studie vom Institut für Bauforschung gibt es bei jedem Neubau im Durchschnitt 20 Baumängel.

Schritt 18: Endlich kommt der Garten dran

Bullshit.

Wenn Du jetzt das erste Mal an den Garten denkst, dann wirds suboptimal.

Denn durch den Bauablauf wurde Dein Boden verdichtet.

Das Wasser kann nicht mehr versickern.

Baureste liegen dort, wo andere einen Vorgarten haben.

Und plötzlich wird Dir klar, das die Terrasse immer im Schatten liegt.

STOP.

ES GEHT AUCH ANDERS.

Bei der Hausplanung solltest Du zumindest die Funktionsbereiche des Gartens schon festgelegt haben. Dir ist also klar, wie groß die Terrasse ist. Wo Du Deinen Grill hin stellst und die Mülltonnen. Wo Deine Frau die Wäsche trocknet und die Kinder spielen.

Wenn Du ganz gut bist, dann nutzt Du den Tiefbauer auch gleich für die Tragschicht Deiner Pflasterflächen. Dann musst Du bis zur Fertigstellung nicht durch eine Schlammgrube stapfen.

Zum Abschluß eine Bitte: Schau bei der Gartengestaltung, dass Du keinen Garten des Grauens erschaffst. Tatsächlich sind Naturgärten die pflegeleichteste Variante.

Fazit

Es gibt einige Schritte auf dem Weg zum eigenen Haus.

Aber es kann auch Spaß machen.

Wenn Du es schaffst, die Führung zu behalten, wirst Du erleben, wie Dein Traum langsam wahr wird.

Übrigens gibt es einige Details, die gern übersehen werden. Deshalb empfehle ich Dir noch den Beitrag: Ich will ein Haus bauen, wie fange ich an?

Ich wünsch Dir viel Erfolg beim Hausbau.

Bei Fragen, schreib mir einfach einen Kommentar.

Bleib neugierig.

Dein Mario

PS: Gute Ideen sammle ich auf Pinterrest. Merk Dir den Beitrag, wenn er Dir gefallen hat.

Hausbau Schritte Pinterest
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Sparen beim Hausbau - Der Macher: Mario Hermann
Hallo, mein Name ist Mario Hermann. Ich zeige Bauherren, wie man auch heute noch kostengünstig und solide bauen kann. Dabei hilft mir Kreativität und Pragmatismus. Hin und wieder auch das Studium der Landschaftsarchitektur (Dipl-Ing.) und Wirtschaft (Dipl.-Wirt. Ing.) an der TU Dresden. Planungsbüros kenne ich noch aus dem ersten Berufsleben. Nach 10 Jahren habe ich den Job als Unternehmensberater an den Nagel gehängt. Und 2017 meinen Hausbau zum Experiment gemacht.

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