Unabhängige Informationen sind die Luft,

die Bauherren zum Atmen brauchen.

Du bist also auf einem guten Weg.

Damit Du schnell voran kommst, hab ich mir die Kosten mal genauer angeschaut.

Es gibt aber nicht nur den Bauherrenschutzbund und den Verband Privater Bauherren.

Also lass uns auch mal nach Alternativen schauen.

Bereit?

Dann los.

Text: Mario Hermann, Letzte Bearbeitung: 11.5.2021 Preise können sich seitdem geändert haben.

KOSTEN + LEISTUNGEN BAUHERRENSCHUTZBUND (BSB)

KOSTEN BSB
Einmalige Aufnahmegebühr 52€
Jährlicher Mitgliedsbeitrag (monatliche Abrechnung) 132€
Stundensatz Bauherrenberater 105€
zzgl. Fahrtkosten bei Vorort Terminen 105€ / Stunde + 0,85€ / km
Nebenkosten pauschal 5 % des Beratungshonorars
Rechtsberatung (Erstberatung) 175€
Vertragsprüfung Grundsstückskaufvertrag ohne Haus 450€
Vertragsprüfung Kaufvertrag Bestandsimmobilie 550€
Werkvertragsprüfung Einzelgewerk (Neubau oder Bestand) 550€
Hausbauvertrag (GU oder GÜ Vertrag) 700€
Architektenvertrag 950€
Bauträgervertrag einschl. Teilungserklärung und Bezugsurkunden 1.150€

Transparent und auf einem Blick.

So präsentiert der Bauherrenschutzbund (BSB) die Kosten, die man bei einer Zusammenarbeit erwarten darf.

Bei einem Beipsielprojekt kommt für die baubegleitende Qualitätsüberwachung schonmal mindesten 3.200€ zusammen.

Natürlich ohne Fahrtkosten und „nur“ für die Sichtung der Unterlagen, Plausibilitätsprüfung und die bautechnische Beratung vor Ort.

Das Gute: Die Dokumentation mit Fotos, Hinweisen und Mängelauflistung ist da schon dabei.

Aber damit ist es ja meist nicht genug.

Mängel, die einmal aufgelistet sind, müssen ja auch weiter „betreut“ werden. Mindestens muß der Mangel dem Handwerker angezeigt und die Mängelbehebung kontrolliert werden.

Da kommt also nochmal was drauf.

Als Bauherr würde ich bei einer Zusammenarbeit incl. Vertragsprüfung, Baubegleitung und Überwachung der Mängelbeseitigung schonmal mindestens 5.000€ beiseite legen.

MEINE ERFAHRUNGEN MIT DEM BAUHERRENSCHUTZBUND

Vor einiger Zeit bin ich auf der Haus-Garten-Freizeit in Leipzig beim Stand vom Bauherrenschutzbund hängen geblieben.

Kleiner Stand an dem nicht viel los war.

Umso interessanter war das Gespräch mit einem alten Hasen der Baubranche.

Den wollte ich sofort als Baubegleiter.

Nur leider war der gute Mann für das aktuelle Jahr schon ausgebucht und ich wollte nicht so lange warten. Vielleicht war das sogar ein Grund, dass wir uns später für ein Architektenhaus entschieden haben.

Die viel näher liegende Alternative, den Verband Privater Bauherren, habe ich damals noch gar nicht gekannt.

Wie es da läuft?

Lass uns mal schauen.

KOSTEN + LEISTUNGEN VERBAND PRIVATER BAUHERREN (VPB)

So einfach ist es beim Verband Privater Bauherren mit den Kosten nicht.

Denn hier bestimmen die Regionalbüros des VPB ihr Honorar selbst.

Tipp: Folge einfach dem Link und wähle ein Regionalbüro in Deiner Nähe. Links im Menü findest Du dann auch die Honorarsätze Deiner Region.

Hier schaun wir uns mal das Regionalbüro Leipzig als Beispiel an.

KOSTEN Regionalbüro Leipzig
Einmalige Aufnahmegebühr
Jährlicher Mitgliedsbeitrag (monatliche Abrechnung) 138€*
Stundensatz Bauherrenberater 95,20€
Vororttermin incl. Fahrtkosten und Dokumentation ab 285,60€
Nebenkosten pauschal 5 % des Beratungshonorars
Rechtsberatung (Erstberatung) 35€ für 20 Minuten (einmalig)
Vertragsprüfungen rund ums Bauen nach Vereinbarung mit Partneranwalt
* Staffelpreise nach Dauer der Mitgliedschaft – Kalkuliert mit 6 Monaten je 15€ und 6 Monaten je 8€.

Ähm, und was soll das?

Wenn ich mir die Honorarregelung für das Regionalbüro München anschaue, bekomme ich sofort den X-Reflex.

Selbstschutz.

Mein Mauszeiger wandert wie ferngesteuert in die rechte obere Ecke, um mich vor Kopfschmerzen zu bewahren.

Ist das euer Ernst?

Schriftliche Ausarbeitung je angefangene Seite 2,40€,

Überlassung einer elektronisch gespeicherten Datei 3€, oder noch besser:

Lichtbildaufnahme und digital speichern 2,40€ pro Stück.

Puh.

Hab ich ein Glück, dass mein Zimmermann nicht jeden Nagel einzeln berechnet hat…

Kann man das Preismodell aufgrund von Erfahrungswerten nicht kundenfreundlicher gestalten?

Oder gehört hier Kundenverwirrung zum System?

Ein Beispiel hilft vielleicht die Verwirrung zu klären…

KOSTENBEISPIEL – BSB ODER VPB – WER IST BESSER?

Jetzt geht´s ans Eingemachte.

Mal schaun wieviel Budget ich für die Bauherrenberatung beiseite getan hätte.

Für die Fahrtkostenberechnung habe ich eine Entfernung von 25 km und Fahrtzeit von 35 Minuten angenommen.

KOSTEN BSB Kosten VPB (Leipzig)
Aufnahmegebühr incl. Mitgliedschaft 1 Jahr 184€ 132€
Stundensatz Bauherrenberater 105€ 95,20€
Kosten Baubegleitende Qualitätskontrolle pro Termin 209€ 332€
Nebenkostenpauschale pro Termin [5%] 10€ 17€
Gesamtkosten bei angenommenen 8 Terminen (absolutes Minimum) 1.938€ 2.922€

Ein konkreter Vergleich mit einem kleinen Beispiel lohnt sich also.

Hoffentlich hast Du Glück und Dein Berater hat noch freie Kapazitäten.

Die gemeinnützigen Vereine haben ja so eine Aura des Guten.

Das macht mich skeptisch.

Immer wenn Vereine diese Aura des Guten nutzen, um am Ende trotzdem Geld zu verdienen, gehen meine Warnlampen an.

Warum?

Weil ich mich auf Reputation verlasse.

Und die Vereine haben eine enorme Reputation.

Aber die wirklich wichtige Frage ist: Welche Reputation hat mein Bauherrenberater?

Wenn er Dich nicht überzeugt, dann steck nicht den Kopf in den Sand.

Es gibt Alternativen.

ALTERNATIVEN

BERATENDE INGENIEURE UND ARCHITEKTEN

Vielleicht ist es eine gute Strategie mal ein paar Bauingenieure zu fragen, ob Sie die Leistungsphase 8 bei Deinem Hausbau übernehmen würden. Manche Bauingenieurbüros haben sich auf Bauleitung spezialisiert. Genau die mußt Du finden.

Egela ob Du nun einen Bauing. oder Architekten für die Bauleitung findest:

Du bist schon zur Vertragsunterzeichnung sicher, wie hoch das Beraterhonorar sein wird.

Wenn Du beim Architekten nur die Leistungsphase 8 beauftragst wirst Du trotzdem 32% des Gesamthonorars zahlen. Schließlich ist es auch die aufwändigste Leistungsphase.

VORSICHT BEI ALLEN VERTRÄGEN, DENEN KEINE HONORARORDNUNG ZUGRUNDE LIEGT.

Hier in Sachsen gibt es Bauherrenberater, die „nur“ 5% der Gesamtprojektkosten als Honorar wollen.

Für Vergabebegleitung und Bauüberwachung.

Im Vergleich mit einem Architektenvertrag bei dem für das Gesamthonorar nach HOAI ca. 15% der anrechenbaren Baukosten fällig werden, scheint das wenig. Aber nur auf den ersten Blick.

VORSICHT FALLE:

Die Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe der Bauleistungen) und Leistungsphase 8 (Bauüberwachung) bilden zusammen einen Anteil von 36 % vom Gesamthonorar. Also zahlst Du beim Architekten ca. 5% auf die anrechenbaren Baukosten.

Und bei dem Bauherrenberater 5% der Gesamtprojektsumme.

Kleiner Unterschied:

Wenn das Haus 300T€ kostet, sind 5% der anrechenbaren Baukosten 15.000€.

Wenn die Gesamtprojektsumme 450T€ betragen, sind 5% schon 22.500€!

EXPERTENVEREHRUNG UM JEDEN PREIS?

Schalte Deinen Verstand nicht aus, nur weil Du einen Experten bezahlst!

Experten sind auch nur Menschen.

Eben mit viel Erfahrung, aber auch mit ganz menschlichen Eigenschaften.

Deshalb sollte Dein Vertrauen nicht grenzenlos sein.

Wie weit Du Deinem Experten vertrauen kannst, musst Du selbst herausfinden.

Und wie?

Gute Frage.

Ich habe nicht alles meinem Bauchgefühl überlassen.

Sondern ich versuche immer das System dahinter zu erkennen.

In dem Fall die Motivation der Baubeteiligten.

Hellwach werde ich beispielsweise, wenn:

Die Empfehlung des Experten seinen eigenen Profit steigert.

Oder den Aufwand mindert.

Dafür habe ich bei meinem Hausbau eine Menge Beispiele gefunden.

Das gehört dazu.

Wenn sich ein Experte durch seine Empfehlung einen Vorteil verschafft, dann bedeutet das leider oft:

Ich muss mehr zahlen oder bekomme eine geringere Qualität.

Die Herausforderung besteht darin, diese Situationen zu erkennen.

Du musst ein Gespühr dafür entwickeln.

Wie?

Das erfährst Du in meinem eBook:

Ich hoffe, ich habe Dir einen Impuls in die richtige Richtung gegeben.

Bleib neugierig.

Dein Mario