Rauputz – Comeback eines Klassikers?

Rauputz, gekämmter Putz, Putz mit Besenstrich –

Alles Exoten für Bauherren von heute.

Schade.

Das war beim Hausbau vor 100 Jahren anders.

Damals, in der Gründerzeit, gab’s noch reichlich Verzierungen an der Fassade.

Die Zeit ist reif für ein Comeback.

Ich verrate Dir, warum ich mich für eine Fassade mit Besenstrich entschieden habe und warum Zusatzkosten manchmal kein Nachteil sind.

Los geht’s.

Text: Mario Hermann
Veröffentlicht: 27.8.2019, letzte Bearbeitung: 23.09.2021

Historische Vorbilder

Ich glaube daran, dass gute Gestaltungen zeitlos sind. Bei der Fassade ist das nicht anders.

Geh doch mal durch die Gründerzeitstraßen von Leipzig oder Dresden. Zur Not tun’s auch andere historische Strassenzüge in Deiner Nähe.

Und jetzt betrachte die unterschiedlichen Oberflächen der Fassaden.

WOW.

Es scheint, als wollte der eine Bauherr den anderen überbieten.

In den Farben oft zurückhaltend, gab es eine unendliche Vielfalt an Oberflächen. Putz in allen möglichen Körnungen, Rillen, Besenstrich, Wellen, Reliefs.

Immer war die Fassade gegliedert.

Nie ohne schmückende Elemente.

Rauputz 5mm. Gründerzeit, Brockhausstraße 7, Leipzig
Putz mit Besenstrich, Rathaus Leipzig Schönefeld
Putz glatt gekämmt. Gründerzeit, Brockhausstraße 4, Leipzig

Heute …

sieht das leider oft anders aus. Die schmückenden Fassadenelemente sind weg. Dafür findet man nicht selten schreiende Farben.

Wer das historische Vorbild schätzt, kann einzelne Elemente auch gut in eine moderne Gestaltung übernehmen. Gelungene Beispiele sammle ich auf meiner Pinnwand „Fassaden mit Charakter“.

Hier möchte ich lieber darüber schreiben, warum ich mich für eine Fassade mit Besenstrich entschieden habe.

Vorteile + Nachteile einer Fassade mit Besenstrich

Manchmal scheinen die Nachteile zu überwiegen.

Aber oft ist ein Nachteil nur ein Risiko, das man in den Griff bekommt, wenn man es erst einmal erkannt hat.

Oder es ist nur auf den ersten Blick ein Nachteil.

#1 Mehrkosten

Ja, hier sind die Mehrkosten ein Vorteil!

Warum?

Ich habe für die Zusatzleistung „Putz in Besenstrich“ nur 600€ bezahlt.

Wenn Du schon ein paar andere Artikel in meinem Blog gelesen hast, meinst Du vielleicht, das passt nicht zu mir.

Schließlich geht es hier um kostengünstiges Bauen.

Ja.

Das ist auch bei der Fassade so.

Aber es gibt Kosten, die im Verhältnis zu Ihrem Nutzen verschwindend gering sind.

Putz mit Besenstrich ist ein gutes Beispiel.

Betrachten wir den Hausbau doch mal als reine Investition.

Eine schöne Fassade führt regelmäßig zu höheren Verkaufserlösen von Immobilien.

Was, wenn ich durch eine schöne Fassade 20.000€ mehr bekommen kann?

So gesehen sind die 600€ nichts anderes als eine Investition in die Zukunft.

Eine Wette, die ich gern eingehe.

#2 Versierte Handwerker

Alles Besondere beim Hausbau hat eine Hürde zu nehmen. Du musst den richtigen Handwerker finden. Da Putz mit Besenstrich relativ selten angewendet wird, ist die Erfahrung der meisten Handwerker gleich null. Frage also in jedem Fall nach Referenzen für Putz mit Besenstrich.

Jeder Handwerker zeigt beim Putz mit Besenstrich seine „Handschrift“. Du brauchst hier ein Team, was gut zusammen arbeitet.

Und sich nicht erst während der Arbeit plötzlich neuen „Herausforderungen“ gegenüber sieht.

Denn dabei kann einiges schief gehen.

Rauputz-Ausführungsmangel
Feindkontakt vor dem Abbinden ist tödlich. Genauso, wie ungleichmäßiges Arbeiten.
Putz mit Besenstrich Mangel in Streichrichtung
Falsche Streichrichtung am Giebel.
Putz mit Besenstrich - Kaschierter Ansatzfehler
Deutliche Ansatzspuren mit gescheitertem Versuch einer Ausbesserung.

#3 Pflege

So schön Putz mit Besenstrich aussieht, einen Nachteil kann man nicht wegdiskutieren.

Spätere Ausbesserungen sind (fast) immer zu erkennen.

Denn der individuelle Charakter der Fassade ist vom Material, Werkzeug und dem gleichmäßigen Streichen abhängig.

Änderst Du eine Komponente, ändert sich unweigerlich das Ergebnis.

Für mich ist das aber zu verschmerzen.

Im Gegenteil, es belebt die Fassade und lässt Sie nicht so steril wirken.

Meine Erfahrungen zum Putz mit Besenstrich

Bei meinem Hausbau war ich immer skeptisch, wenn Informationen von Leuten kommen, die mit den empfohlenen Produkten Ihr Geld verdienen.

Warum?

Die Bauindustrie verdient Milliarden. Allein STO, der Marktführer für Putzfassaden, hatte 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 1.433 Mio. € und Vertriebskosten von 119 Mio. € [Geschäftsbericht 2020]. Die Marketingabteilung wird alles dafür tun, um Umsatz und Gewinn zu steigern.

Und Sie hat die Macht viele Artikel auf allen Kanälen zu veröffentlichen und so die öffentliche Meinung zu Ihren Gunsten zu beeinflussen.

Fakt ist: wirklich langlebige, wartungsfreie Produkte vernichten den Umsatz von morgen.

Da ist etwas Skepsis bezüglich der Produktpalette nicht falsch.

Aber hey: Ich baue mit einem Architekten.

Der wird´s schon richten, hab ich mir gedacht.

Bei den Hauptgewerken hatte ich mich richtig rein gehängt und schon einiges gespart, aber beim Putz wollte ich mich einfach mal auf meine „Experten“ verlassen.

Mich um andere Dinge kümmern.

Es gibt ja noch genug.

Was soll schon passieren?

Der vom Architekten vorgeschlagene Handwerker hat selbst Putz mit Besenstrich an seinem Haus.

Der Architekt überwacht alles und wird schon wissen…

Klingt alles gut und trotzdem ärgere ich mich immer noch über den Putzer.

In Wahrheit ärgere ich mich über mich selbst.

Weil ich schon genug Erfahrungen gesammelt hatte.

Ich wusste, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob ich mich als Bauherr einfach auf meine „Experten“ verlasse oder selbst mitdenke.

Und mein Hirn hat sofort eine Ausrede gefunden, die doch ganz plausibel klingt: „Ich wollte mal sehen, was passiert, wenn ich mich nicht voll reinhänge.“

Vielleicht war ich auch einfach müde vom Bau. Und es gibt ja auch noch so viel anderes zu tun.

Kurz zum Ergebnis:

Die Fassade ist dran und sieht auf den ersten Blick auch schön aus.

Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem nicht zufrieden.

Warum?

Ich verrat´s Dir:

Vor Unterzeichnung des Bauvertrags

Im Leistungsverzeichnis stand: „mineralischer Kalk-Zement-Leichtputz, außen: Außenwandputz, zweilagig als mineralisches Putzsystem auf Wärmedämmung aus Holzfaserplatten. … incl. Egalisierungsanstrich.“

Der Architekt hatte nur einen Handwerker mit Angebot. Und ich hatte zwar einen anderen Handwerker gefunden, der hatte aber keine Erfahrungen zu Putz mit Besenstrich. Der hat mir offen gesagt, dass er deshalb an der oberen Preisspanne kalkuliert. Er hat zumindest ein Angebot erstellt, war aber ca. 1.000€ teurer.

Ein anderer Handwerker, der eine Fassade mit Besenstrichputz erstellt hat, hat gleich abgesagt. „Das macht er nicht mehr, weil es sich nicht lohnt. Es gibt bessere Aufträge.“

Also habe ich mich auf den Vorschlag des Architeken eingelassen und den Auftrag unterschrieben.

Während der Ausführung

Gleich zur ersten Baubesprechung meint der Putzer, dass einige notwendige Leistungen nicht im Leistungsverzeichnis vermerkt sind.

Darauf meint mein Architekt, dass diese Arbeiten keinen Nachtrag rechtfertigen. Zumal: „Die Angebotssumme schon 50% über der des letzten vergleichbaren Projekts liegt.“

Es folgen einige Mails bis der Architekt schließlich fragt, ob der Putzer an einer weiteren Zusammenarbeit bei künftigen Projeten noch interessiert sei. Der Nachtrag war damit schließlich vom Tisch.

Aber der fade Geschack von 50% höheren Kosten bleibt…

Als der Unterputz drauf ist, meldet sich der Putzer nicht mehr. Das Gerüst steht nur noch wegen ihm. Also drohe ich damit, die Gerüstkosten von der Rechnung abzuziehen. Er meldet sich nicht. Ich lasse das Gerüst abbauen.

9 Monate später wird die Fassade fertig gestellt.

Als die Maler kommen, schaue ich nach der Farbe. Es ist Silikonharzfarbe.

Keine mineralische Farbe, wie ich eigentlich wollte.

Ich stoppe den Bau, da mir das bisher nicht klar war.

Nach einem Gespräch mit meinem Architekten, dem Putzer und einem Freund lasse ich die Arbeiten nach 30 Minuten weiter laufen.

Abnahme und Abrechnung

Zur Abnahme diekutieren wir heftig, dass eine Silikonharzfarbe verwendet wurde. Aber die Diskussion führe ich nicht mit dem Handwerker.

Nein.

Der reicht mich gleich an den Vertriebler des Farbenherstellers weiter.

Mit dem kann man aber nicht reden, sondern sich nur im Kreis drehen.

Die erfolgreiche Masche der Putz und Farbhersteller ist die Zulassung von Putzsystemen.

Die Hersteller geben nur „Garantie“ auf Ihre Produkte, wenn diese im System zusammen mit weiteren eigenen Produkten eingesetzt werden.

Klar, das scheint sinnvoll und notwendig.

Böse wird es, wenn für ein Putzsystem, das mineralisch ist, dann ausschließlich eine Silikonharzfarbe zugelassen wird.

Das bedeutet im Klartext: Kein Handwerker wird eine andere Farbe verwenden.

Auch wenn es Farben gibt, die geringere Unterhaltungskosten verursachen.

Aber gut, im Leistungsverzeichnis (LV) hätte mein Architekt halt die Materialqualität noch besser beschreiben müssen.

Eine andere Eigenschaft, die für die Langlebigkeit der Fassade gerade bei Putz mit Besenstrich wichtig ist, stand zwar im LV, wurde aber trotzdem nicht ausgeführt. Dafür habe ich schließlich bei der Rechnung 300€ abgezogen.

Was Du daraus lernen kannst

  • Es lohnt sich das LV genau zu lesen und wesentliche Eigenschaften der gewünschten Materialien zu prüfen. Auch der Architekt ist nur ein Mensch.
  • Lässt Du nur den Architekten nach einem geeigneten Handwerker suchen, kann es sein, dass Du zuviel bezahlst.
  • Habe keine Scheu, die Rechnung des Handwerkers in berechtigten Fällen zu kürzen. (Ich werde das Gefühl nicht los, dass mein Putzer das beim Angebot schon mit einkalkuliert hat.)
  • Du sparst, wenn Du ein paar wesentliche Informationen verstehst und diese im Projekt durchsetzen kannst. Dabei kann ich Dir helfen.
Putz mit Besenstrich

Wenn Du auch so eine schöne Fassade „Putz mit Besenstrich“ haben willst, dann achte auf die wichtigen Details.

ONE PAGE ONLY – DAMIT ES BESONDERS WIRD

Die Frage ist: Welche Informationen verhelfen Dir zum optimalen Ergebnis? Und wo findest Du die?

Wichtige Details sind im Netz leider nur verstreut, wie Bernstein am Ostseestrand. Denn umfassende Beiträge werden oft von Baustoffherstellern unterstützt. Andere mal eben von einem Handwerker ins Netz gestellt. Solche Quellen führen zu gefährlichem Halbwissen.

Und Halbwissen führt zu höheren Investitionskosten, optischen Mängeln und mehr Aufwand bei der Unterhaltung.

Bauherren brauchen unabhängige Informationen. Und die bekommst Du nur, wenn Du für die Information bezahlst, nicht für ein Produkt.

PUTZ MIT BESENSTRICH – ONE PAGE ONLY

Spar Dir aufwändige Recherchen und das Gewühle durch die Ausflüsse der Marketingabteilungen der Bauindustrie.

Du kannst ganz einfach von fundierten Quellen der Fachliteratur und meinen Erfahrungen als Bauherr profitieren.

  • Damit Du schneller einen guten Handwerker findest.
  • Damit Du genau vereinbarst, was Du willst.
  • Damit Du Materialien wählst, die wirklich lange halten.
  • Damit Du einen günstigen Preis bekommst.

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„Besser Du bist schon vorher schlauer.“

WER SCHREIBT HIER?
Sparen beim Hausbau - Der Macher: Mario Hermann
Hallo, mein Name ist Mario Hermann. Ich bin besessener Bauherr eines Architektenhauses und Gründer von Baumin. Hier zeige ich Bauherren, wie man auch heute noch kostengünstig und solide bauen kann. Dabei hilft mir Kreativität und Pragmatismus. Hin und wieder auch das Studium der Landschaftsarchitektur (Dipl-Ing.) und Wirtschaft (Dipl.-Wirt. Ing.) an der TU Dresden. Planungsbüros kenne ich noch aus dem ersten Berufsleben. Nach 10 Jahren habe ich den Job als Projektleiter bei einer Unternehmensberatung an den Nagel gehängt. Und 2017 meinen Hausbau zum Experiment gemacht.