Baukosten pro qm – Toll

Zahlen geben halt.

Also habe ich alle Anbieter nach den Baukosten pro Quadratmeter gefragt.

Irgendwie muß man ja rausfinden, was nun günstig ist und was nicht.

Vielleicht geht´s Dir ja anders, aber ich habe von keinem Einzigen eine konkrete Zahl bekommen. Irgendwann konnte ich das Gestammel nicht mehr hören.

Jetzt, nachdem ich mein Haus fertig gebaut habe, kann ich Dir sagen, welche Infos Du brauchst.

Text: Mario Hermann
Letzte Bearbeitung: 05.02.2020

Projekt Baumin – Baukosten pro qm

Wir haben für unser Haus 1.311€ pro qm bezahlt.

Und was hab ich dafür bekommen?

Baukosten Baumin

Unser Haus in Kurz:

HaustypBungalow mit Satteldach als Gründach
BauweiseHolzständer mit Holzfaserdämmung, individuell vom Architekten geplant, Einzelvergabe der Gewerke
Nutzungsfläche210 qm Haus (Flächenberechnung nach DIN 277)
Brutto Grundfläche260 qm Haus und 54 qm Carport
Brutto Rauminhalt908 m³ Haus und 173 m³ Carport
Baukosten266 T€ incl. Carport (Baukosten Bauwerk nach DIN 276)
EinzugMai 2018

Ist das nun viel oder wenig?

Wie sind die Kosten im Vergleich zu anderen Häusern? Die Antwort ist nicht leicht, denn Häuser sind so verschieden, wie Ihre Bewohner. Ich brauche also die Daten ähnlicher Gebäude. Ungeschminkt, realistisch und möglichst aktuell.

Das Baukosteninformationszentrum (BKI) bietet eine solche Statistik für spezifische Gebäudearten von aktuellen Projekten. (Baukosteninformationszentrum (2018): Kostenkennwerte für Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise, nicht unterkellert.) – Das wäre meine Vergleichsbasis gewesen…

Leider wurde der auszugsweisen Nutzung dieser Daten als Vergleichsmaßstab nicht zugestimmt.

Schade.

Das ist ein bisschen wie beim Bauen. Ich will was, das geht leider nicht, also suche ich einen alternativen Weg.

Die statistischen Daten habe ich deshalb aus meinem Diagramm wieder entfernt. Die Skaleneinteilung habe ich aber beibehalten. So kannst Du auch erahnen in welchem Bereich ich gelandet bin.

Ohne Baumin ist mein Vergleichsmaßstab. So hätten sich die Baukosten ohne meine Ideen entwickelt.

Schön, oder? Da kann man doch zufrieden sein.

Baumin - Baukosten por qm

Das BKI ist übrigens eine Organisation der Architektenkammern. Da wundert es nicht, dass in den Statistiken ausschließlich Kosten von Architektenhäusern dargestellt sind. Die Zielgruppe ist auch nicht der Bauherr, sondern Architekten, die die Kosten für Ihre Bauherren schätzen. Das hat auch einen guten Grund. Ohne weitere Erklärung führen Angaben, wie Baukosten pro qm leicht in die Irre.

Damit Du die Baukosten pro qm richtig verstehst …

Glaube nie einer Kennzahl, die Du nicht selbst manipuliert hast! – Alter Spruch, den die Statistiker von den Controllern geklaut haben.

Mal im Ernst: Details entscheiden.

Vielleicht ist Dir mein Hinweis aufgefallen, dass die Baukosten nach DIN 276 berechnet werden. Das ist elementar für Deine Budgetierung. In der DIN 276 sind die Kosten für das Bauwerk (Kostengruppe 300 und 400) klar von den anderen Projektkosten getrennt. Für den Angebotsvergleich kannst Du die Bauwerkskosten nehmen, für Dein Gesamtprojektbudget kommt aber noch wesentlich mehr dazu. Was das alles sein kann? Hier lang bitte.

Noch interessanter wird´s bei der Berechnung der Fläche. Dazu wird die Nutzungsfläche nach DIN 277 genutzt. Demnach ist die Nutzungsfläche die Summe der Grundfläche mit Nutzungen, die dem Gebäudezweck entsprechen. Technikfläche gehört nach dieser Definition nicht dazu. Ich hab die 2 qm aber einfach mit eingerechnet. Wichtiger ist beim Einfamilienhausbau die Nutzungsfläche der DIN 277 NICHT mit der Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung zu verwechseln. Die Nutzungsfläche ist in der Regel größer, da Dachschrägen voll eingerechnet werden.

Der Wert der Kennzahl – Baukosten pro Quadratmeter

Bei der Vorbereitung meines Hausbaus waren die Kosten pro Quadratmeter mein heiliger Gral. Aus Sicht des Bauherren habe ich regelmäßig mit Massivhausbauern, Fertighausvertretern und Architekten für die Baukosten pro qm gestritten.  Weil ich gerade am Anfang etwas Greifbares wollte.

Irgendwann gegen Ende der Bauphase hab ich´s dann doch eingesehen, dass Baukosten von anderen Projekten soviel wert sind, wie ein Strohhalm im Orkan. Warum?

Ich hab mir die beste Statistik geholt, die es gibt. Die Kostenkennwerte für meinen Haustyp vom BKI. Dort habe ich vielleicht 50 Projekte mit einer ähnlichen Bauweise und den groben Kostengruppen gefunden.

Vielleicht denkst Du jetzt: Genau das brauche ich.

FALSCH, wenn die Bandbreite der Baukosten von 1.400€ bis 2.200€ pro qm geht, nützt Dir das gar nix. Und selbst wenn Du den schwammigen Durchschnitt nehmen willst, musst Du den dann auch noch mit einem Regionalfaktor anpassen.

Schließlich sind die Preise in Brandenburg, wo wieder Wölfe leben, geringer als im Speckgürtel von München. Nein, das reicht immer noch nicht, denn die Baupreise steigen kontinuierlich. Die neueste Statistik ist meist mit Projekten, die im letzten Jahr fertig gestellt wurden. Also kannst Du nochmal 5% drauf schlagen.

Noch was? Die Ausstattung sollte zumindest ein ähnliches Niveau haben. Hier kommt die Statistik nun definitiv an Ihre Grenzen. Eine Einteilung in einfacher, mittlerer und hoher Standard macht Sinn. Aber spätestend jetzt muß die Frage erlaubt sein, was der ganze Zirkus soll.

Wenn Du die Baukosten pro qm als Entscheidungsgrundlage nimmst, ist dass ein bisschen so, als wenn Du Dein neues Auto allein nach der PS Zahl auswählst. Aber keiner würde behaupten, dass ein Fiat günstig ist, weil er 1.000€ weniger kostet, als ein Audi.

Wozu brauchst Du eigentlich die Baukosten pro qm?

Willst Du Dein Budget kalkulieren?

Geh besser und hol Dir 3 Angebote von dem Hautyp, den Du bevorzugst!

Und dann brauchst Du ja nicht nur das Haus. Am Besten, Du machst eine Kalkulation über die gesamten Projektkosten. Wenn es Dich interessiert, findest Du hier 10 Kostengruppen, an die nicht jeder denkt. 

Die gesamten Projektkosten vor den Finanzierungsgesprächen zu kalkulieren spart nicht nur Nerven.

Auch wenn Du Dich in einzelnen Kostengruppen mal um 1.000€ verschätzt, kommst Du mit der Kalkulation der wichtigsten Kostenblöcke verdammt nah an die tatsächlichen Gesamtkosten heran.

Oder willst Du den besten Preis für Dein Haus?

Keiner will beim Hausbau zuviel bezahlen. Umso wichtiger ist die Auswahl eines guten Angebots. Leider leider leider sind die Baukosten pro qm als Maßstab für die Gier der Baufirmen ungeeignet. Einen guten Preis bekommst Du nur, wenn Du viele Angebote einholst und diese auch richtig vergleichst. Wenn Du den besten Preis willst, dann hat das etwas mit Arbeit zu tun. Du musst Dir den besten Preis erarbeiten. Irgendwelche durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter sind dabei so hilfreich, wie Stäbchen beim Suppe essen. Was Du brauchst ist eine gute Strategie.

Ich kann Dir helfen, den besten Preis zu bekommen. Mit meinem eBook: 57 Ideen: So habe ich beim Hausbau über 80.000€ gespart.

Dort findest Du alles, um Dein Traumhaus zu einem wirklich guten Preis zu bekommen.

Ich wünsch Dir viel Erfolg bei Deinem Hausbau. Eins kann ich Dir versprechen: Jede Minute die Du in die Kalkulation des Projekts Traumhaus steckst, wird sich auszahlen. Aber bitte nicht auf vermeintlich einfache Lösungen, wie Baukostenrechner und anderes Gedöns hereinfallen.

Selbst denken hilft.

Bleib neugierig.

Dein Mario

PS: Wenn Du Dich auf meinem Blog schon etwas umgeschaut hast, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass ich auf jede Frage antworte.

Hier ist das auch so ;-).

Nachschlag gefällig?

Februar 2020|0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar