Baukosten pro qm

Für alle, die´s genau wissen wollen.

Zahlen geben halt.

Also habe ich alle Anbieter nach den Baukosten pro Quadratmeter gefragt.

Irgendwie muß man ja rausfinden, welches Haus nun günstig ist und welches nicht.

Vielleicht geht´s Dir ja anders, aber ich habe von keinem Einzigen eine konkrete Zahl bekommen. Irgendwann konnte ich das Gestammel nicht mehr hören.

Jetzt, nachdem ich mein Haus fertig gebaut habe, kann ich Dir sagen, was die Kennzahl wert ist.

Text: Mario Hermann
Letzte Bearbeitung: 20.08.2020

Die durchschnittlichen Baukosten pro qm

Durchschnitte haben so Ihre Macken, aber das ist Dir sicher klar. Trotzdem ist es ein ganz guter Einstieg, mal zu schauen, wie sich die Baukosten in den letzten Jahren entwickelt haben.

Baukosten Baumin

Durchschnittliche Baukosten pro qm der letzten Jahre – Quelle: destatis 2020

Bevor Du in Tränen ausbrichst hab ich 2 Punkte für Dich, die Du nicht vergessen solltest:

  1. Die durchschnittlichen Baukosten sagen noch nichts über den gestiegenen Kompfort. Die Kurve wäre um einiges flacher, wenn der gleiche Ausbaustandard angenommen wird. Leistungsfähigere Haustechnik, Smart Home und EnEV tragen nicht ganz unwesentlich zum Anstieg der letzten Jahre bei.
  2. Abgebildet sind Durchschnitte. Die Baukosten können je nach Projekt und Planung enorm abweichen. Mit Sicherheit hat die Bandbreite der Baukosten in den letzten Jahren noch zugenommen.

Beispielsweise haben wir 2018 ein Architektenhaus gebaut mit Baukosten i.H.v. 1.311€ pro qm.

Das Projekt Baumin

Wer nach dem Preis fragt, muß auch fragen was man dafür bekommt.

Bei uns war das so:

HaustypBungalow mit Satteldach als Gründach
BauweiseHolzständer mit Holzfaserdämmung, individuell vom Architekten geplant, Einzelvergabe der Gewerke
Nutzungsfläche210 qm Haus (Flächenberechnung nach DIN 277)
Brutto Grundfläche260 qm Haus und 54 qm Carport
Brutto Rauminhalt908 m³ Haus und 173 m³ Carport
Baukosten266 T€ incl. Carport (Baukosten Bauwerk nach DIN 276)
EinzugMai 2018
Baukosten Baumin

Das Projekt Baumin – Einfamilienhaus als Bungalow

Ist das nun viel oder wenig?

Wie sind die Kosten im Vergleich zu anderen Häusern? Die Antwort ist nicht leicht, denn Häuser sind so verschieden, wie Ihre Bewohner. Ich brauche also die Daten ähnlicher Gebäude. Ungeschminkt, realistisch und möglichst aktuell.

Das Baukosteninformationszentrum (BKI) bietet eine solche Statistik für spezifische Gebäudearten von aktuellen Projekten. (Baukosteninformationszentrum (2018): Kostenkennwerte für Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise, nicht unterkellert.) – Das wäre meine Vergleichsbasis gewesen…

Leider wurde der auszugsweisen Nutzung dieser Daten als Vergleichsmaßstab nicht zugestimmt.

Schade.

Das ist ein bisschen wie beim Bauen. Ich will was, das geht leider nicht, also suche ich einen alternativen Weg.

Die statistischen Daten habe ich deshalb aus meinem Diagramm wieder entfernt. Die Skaleneinteilung habe ich aber beibehalten. So kannst Du auch erahnen in welchem Bereich ich gelandet bin.

Ohne Baumin ist mein Vergleichsmaßstab. So hätten sich die Baukosten ohne meine Ideen entwickelt.

Schön, oder? Da kann man doch zufrieden sein.

Baumin - Baukosten por qm

Das BKI ist die einzige seriöse Quelle, wenn Du Baukosten pro Quadratmeter wirklich vergleichen willst. Hinter dem BKI stehen die Architektenkammern. Da wundert es nicht, dass in den Statistiken ausschließlich Kosten von Architektenhäusern dargestellt sind.

Die Zielgruppe ist auch nicht der Bauherr, sondern Architekten, die die Kosten für Ihre Bauherren schätzen.

Das soll laut Geschäftsführer des BKI auch so bleiben, mit gutem Grund.

Ohne weitere Erklärung führen Angaben, wie Baukosten pro qm direkt ins Irrenhaus.

Damit Du die Baukosten pro qm richtig verstehst.

Es ist wichtig, ein paar Dinge über diese Kennzahl zu wissen.

Denn wie man schon im ersten Semester BWL lernt: Glaube nie einer Kennzahl, die Du nicht selbst manipuliert hast!

Alter Spruch, den die Statistiker von den Controllern geklaut haben.

Mal im Ernst: Hier entscheiden Details.

Wenn Du willst, erklär ich Dir’s.

Vielleicht ist Dir schon mein Hinweis aufgefallen, dass die Baukosten nach DIN 276 berechnet werden. In der DIN 276 sind die Kosten für das Bauwerk (Kostengruppe 300 und 400) klar von den anderen Projektkosten getrennt. Für den reinen Angebotsvergleich vom Haus kannst Du diese Bauwerkskosten nehmen. Für Dein Gesamtprojektbudget kommt aber noch wesentlich mehr dazu. Was das alles sein kann? Hier lang bitte.

Also gut, wir haben also die Baukosten des Bauwerks.

Interessanter wird´s bei der Berechnung der Fläche. Dazu wird die Nutzungsfläche nach DIN 277 genutzt. Demnach ist die Nutzungsfläche die Summe der Grundfläche mit Nutzungen, die dem Gebäudezweck entsprechen. Technikfläche gehört nach dieser Definition nicht dazu. Ich hab die 2 qm aber einfach mit eingerechnet. Wichtiger ist, beim Einfamilienhausbau die Nutzungsfläche der DIN 277 NICHT mit der Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung zu verwechseln. Die Nutzungsfläche ist in der Regel größer, da Dachschrägen voll eingerechnet werden.

Der Wert der Kennzahl – Baukosten pro qm

Bei der Vorbereitung meines Hausbaus waren die Kosten pro Quadratmeter mein heiliger Gral. Aus Sicht des Bauherren habe ich regelmäßig mit Massivhausbauern, Fertighausvertretern und Architekten für die Baukosten pro qm gestritten.  Weil ich gerade am Anfang etwas Greifbares wollte.

Irgendwann gegen Ende der Bauphase hab ich´s dann doch eingesehen, dass Baukosten von anderen Projekten soviel wert sind, wie Eiswürfel am Nordpol. Warum?

Ich hab mir die beste Statistik geholt, die es gibt. Die Kostenkennwerte für meinen Haustyp vom BKI. Dort habe ich vielleicht 50 Projekte mit einer ähnlichen Bauweise und den groben Kostengruppen gefunden.

Vielleicht denkst Du jetzt: Genau das brauche ich.

FALSCH, wenn die Bandbreite der Baukosten von 1.400€ bis 2.200€ pro qm geht, nützt Dir das gar nix. Und selbst wenn Du den schwammigen Durchschnitt nehmen willst, musst Du den dann auch noch mit einem Regionalfaktor anpassen.

Schließlich sind die Preise in Brandenburg, wo wieder Wölfe leben, geringer als im Speckgürtel von München. Nein, das reicht immer noch nicht, denn die Baupreise steigen kontinuierlich. Die neueste Statistik ist meist von Projekten, die im letzten Jahr fertig gestellt wurden.

Also kannst Du nochmal 5% drauf schlagen.

Noch was? Die Ausstattung sollte zumindest ein ähnliches Niveau haben. Hier kommt die Statistik nun definitiv an Ihre Grenzen. Eine Einteilung in einfacher, mittlerer und hoher Standard macht Sinn. Aber spätestens jetzt muß die Frage erlaubt sein, was der ganze Zirkus soll.

Wenn Du die Baukosten pro qm als Entscheidungsgrundlage nimmst, ist dass ein bisschen so, als wenn Du Dein neues Auto allein nach der PS Zahl auswählst. Aber KEINER würde behaupten, dass ein Fiat günstig ist, weil er 5.000€ weniger kostet, als ein Audi.

Wir kommen so nicht weiter.

Also zurück.

Wozu brauchst Du eigentlich die Baukosten pro qm?

Willst Du Dein Budget kalkulieren?

Stehst Du ganz am Anfang und willst nur mal wissen, ob ein Hausbau überhaupt für Dich in Frage kommt? Dann kalkuliere die Baukosten für das reine Haus mit 1.800 bis 2.000€/qm.

Wenn Du schon sicher bist, dass Du ein Haus bauen wirst, dann geh besser und hol Dir 3 konkrete Angebote.

Und dann brauchst Du ja nicht nur das Haus. Am Besten, Du machst eine Kalkulation über die gesamten Projektkosten.

Wenn es Dich interessiert:

Hier die findest Du die Checkliste der Gesamtprojektkosten beim Hausbau. 

Die gesamten Projektkosten vor den Finanzierungsgesprächen zu kalkulieren spart nicht nur Nerven.

Auch wenn Du Dich in einzelnen Kostengruppen mal um 1.000€ verschätzt, kommst Du mit der Kalkulation der wichtigsten Kostenblöcke verdammt nah an die tatsächlichen Gesamtkosten heran.

Oder willst Du den besten Preis für Dein Haus?

Keiner will beim Hausbau zuviel bezahlen.

Umso wichtiger ist die Auswahl eines guten Angebots.

Leider sind die Baukosten pro qm als Maßstab für die Gier der Baufirmen ungeeignet.

Warum?

Ganz einfach, weil Du unmöglich die ganzen Details in der Bauausführung vergleichen kannst. Und hier gibt es gewaltige Qualitätsunterschiede.

Einen guten Preis bekommst Du nur, wenn Du viele Angebote einholst und diese auch richtig vergleichst.

Wenn Du den besten Preis willst, dann hat das etwas mit Arbeit zu tun. Irgendwelche durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter sind dabei so hilfreich, wie Stäbchen beim Suppe essen. Was Du brauchst ist eine Strategie.

Ich kann Dir helfen, den besten Preis zu bekommen.

Mit meinem eBook: 57 Ideen: So habe ich beim Hausbau über 80.000€ gespart.

Dort findest Du alles, um Dein Traumhaus zu einem wirklich guten Preis zu bekommen.

Fazit

Leider gibt es keine Kennzahl mit der Du einfach Angebote verschiedener Hausbaufirmen vergleichen kannst.

Der Markt ist also intransparent.

Das bedeutet, dass es eine große Bandbreite bei den Preisen gibt.

Es lohnt sich also genauer hinzuschauen.

Ich hoffe, ich hab Dich auf den richtigen Weg gebracht.

In jedem Fall wünsch Dir viel Erfolg bei Deinem Hausbau.

Eins kann ich Dir versprechen: Jede Minute die Du in die Planung des Projekts steckst, wird sich auszahlen.

Aber bitte nicht auf vermeintlich einfache Lösungen, wie Baukostenrechner und anderes Gedöns hereinfallen.

Selbst denken hilft.

Bleib neugierig.

Dein Mario

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