Was kostet eine Bodenplatte?

Meine Bodenplatte ist 25cm hoch mit Bewehrungsstahl B.E.S Q424 A 1/16 und hat 70€/m² gekostet. Auf 164m² macht das zusammen ca. 12T€.

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Nicht? – Dann lies weiter. Für Dich ist dieser Artikel geschrieben.

Denn ganz ehrlich: Was kostet eine Bodenplatte? – Das ist die falsche Frage!

Klar: Irgendwas muss man ja bei Google eingeben! Stimmt. Aber es steckt halt viel mehr dahinter. Dieser Beitrag ist für alle Bauherren, die eine realistische Sicht auf die Kosten einer Bodenplatte und des Tiefbaus bekommen wollen. Für alle, die mal sehen wollen wie stark die Kosten schwanken können und welche Einflußfaktoren es gibt.

Ich habe im Juni 2017 den Tiefbau von meinem Einfamilienhaus in der Nähe von Leipzig von Anfang bis Ende begleitet. Von den Angebotsanfragen, meinem Einsatz als Bauhelfer bis zur Prüfung der Endrechnung.

Du sollst erfahren, wie mir’s dabei ergangen ist. Wieviel Zeit ins Land gegangen ist bis die Bodenplatte fertig war. Welche Kosten angefallen sind und wieviel Du sparen kannst, wenn Du Dich richtig reinhängst.

Aufgepasst: Los geht’s!

Der Angebotsvergleich für die Bodenplatte und den Tiefbau.

Erstmal ist doch die Frage was bei der Bodenplatte noch alles dazu gehört.

Und das ist nämlich ne Menge. Hier ohne Abriß, Hanggrundstück und Keller. Dafür kommt dann natürich noch was drauf.

Wenn Du unsicher bist, was im Gesamtprojekt Hausbau noch alles dazu kommen kann, dann lies meine Checkliste – 10 Kostengruppen an die nicht jeder denkt.

Jetzt hier aber erstmal zu den Standardpositionen beim Tiefbau mit Preisen aus einer Stichprobe von 5 Angeboten (Minimalpreis / Durchschnittspreis / Maximalpreis). Es gibt übrigens kein Angebot, das ausschließlich aus den geringsten Positionspreisen zusammengesetz war. Schade eigentlich ….

  • Baustelleneinrichtung: 214/ 1.665 / 4.165  [€]
  • Schnurgerüst bereitstellen: 129 /391 /714 [€]
  • Oberboden entfernen und seitlich lagern: 1,43 /6,35 /12,21 [€/m²]
  • Oberboden entsorgen: 14,76 /25,56 /33,21 [€/m³]
  • Baugrubenaushub Bodenklasse 4 incl. Entsorgung: 30,46 /32,64 /39,92 [€/m³]
  • Bodeneinbau Frostschutzschicht: 32 /39 /50 [€/m³]
  • Grundleitungen Schmutzwasser legen: 38 /57 /90 [€/lfm]
  • Übergabeschacht: 372 /468 /553 [€/Stck]
  • Mehrsparten Hauseinführung für bis zu 4 Medien: 1.118 /1.603 /2.119 [€/Stck]
  • Sohlplattendurchführung: 62 /112 /153 [€/Stck]
  • Abbruch und Entsorgung Holzzaun: 10 /13 /25 [€/lfm]
  • Wurzelstock roden und entsorgen: 113 /229 /470 [€/Stck]
  • Bodenplatte 25cm aus Beton C25/30, XC4, XF1 mit Bewehrung Q424 A: 70/81 /98 [€/m²]
  • Streifenfundamente / Frostschürzen: 130 /163 /226 [€/m³]

Bei Bedarf zusätzlich:

  • Wasserhaltung um evtl. Grundwasser fern zu halten: 238 /536 /907 [€]
  • Versickerungsmulde herstellen, incl. Aushubentsorgung und 50cm Sandunterbau: 19 /34 /54 [€/m²]

Keine Angst: Alles halb so wild, wenn Du die richtige Strategie hast. Ich habe 15 Tips für Dich, die das Risiko beim Tiefbau in eine Chance verwandeln.

Da sieht man doch mal schön, das es sich lohnt verschiedene Angebote einzuholen. Und man sieht, das die Frage: Was kostet eine Bodenplatte? beim Tiefbauer einfach zu kurz greift. Denn was passiert? Die Bodenplatte wird günstig gerechnet, dafür aber bei anderen Positionen zugeschlagen.

Es gibt aber noch weitere Faktoren, die den Preis beeinflussen.

2 Faktoren, die die Kosten einer Bodenplatte wesentlich beeinflussen.

  1. Die Region in der Du baust. Weitere Informationen zu den Regionalfaktoren findest Du im Beitrag „Projektkosten Hausbau – Das sagt die Statistik.“
  2. Das Bodengutachten. Denn je nachdem wie tragfähig Dein Boden ist, wird ein Bodenaustausch fällig oder eine Frostschürze notwendig.
Versickerungsmulde mit Waschsand
Bau der Versickerungsmulde.
Bodenaustausch bei lehmigen und tonigen Boden
Der Bodenaustausch.
Fundamenterder aus Edelstahl
Der Fundamenterder.
Schmutzwasserkanal
Der Schmutzwasserkanal.
Schnurgerüst begrenzt Bodenplatte
Die Feinabsteckung mit Schnurgerüst.
Armierungsstahl Bodenplatte
Der Armierungsstahl.
Tiefbau-Betonieren-Bodenplatte
Der Beton fließt.
Bodenplatte betonieren und glattstreichen
Spuren verwischen.
Tiefbau Bodenplatte Abdecken
Zum Schluß bekommt das Baby noch ne Decke.

Unsere Zeitschiene für Bodenplatte und Tiefbau.

24. April 201 7 – Start Angebotsanfragen

22. Mai 2017 – Bietergespräche mit den beiden günstigsten Bietern vor Ort auf der Baustelle.

23. Mai 2017 – Überarbeitetes Angebot des Vorzugsbieters liegt vor.

29. Mai 2017 – Zusage zum Angebot des Vorzugsbieters.

6. Juni 2017 – Überarbeitung Bauvertrag

7. Juni 2017 – Unterzeichnung Bauvertrag mit Tiefbauunternehmen

19. Juni 2017 – Start Tiefbauarbeiten

4. Juli 2017 – Fertigstellung Tiefbauarbeiten (bis auf Ausschalung Carport)

5. Juli 2017 – Schlußrechnung Tiefbauarbeiten

Du entscheidest, was Deine Bodenplatte kostet!

Du glaubst, das ist nur heiße Luft? Pass auf!

Ich hatte 5 Angebote:

  • Beim Vergleich zwischen teuersten Angebot und tatsächlicher Rechnungssumme habe ich 14.130 € also ca. 30% gespart (ohne Mengenanpassung) Diese Mengenanpassung war aber tatsächlich nötig, da im Leistungsverzeichnis mit einer Position zwar ein Loch gebuddelt wurde, die Mengen der anderen Position diese aber nicht füllen konnten. Also muß man eigentlich auch die Positionen der Vergleichsangebote um die zusätzlichen Mengen erhöhen. Denn genau so wäre es gekommen, wenn ich mich für ein Alternativangebot entschieden hätte.
  • Mit Mengenanpassung habe ich insgesamt 18.127€ also satte 35% gespart!

Wie?

Mit einer Kombination von Einparmöglichkeiten. Und trotzdem solide!

Klar, es braucht schon etwas Zeit die Einsparmöglichkeiten zu realisieren. Aber mit einem Stundensatz von 333€ kann ich leben ;-). Das kommt raus, wenn ich meine Ersparnis durch den Zeitaufwand teile.

WOW WOW WOW

So einen Stundensatz hatte ich noch nie! Klar, sparen und verdienen ist noch ein kleiner Unterschied. Trotzdem der Hammer!

Ich bin zufrieden.

Und es ist noch nicht mal gesagt, dass das alles ist, was man einsparen kann …

Kosteneinsparungen Tiefbau für Einfamilienhaus

Das sind meine Erfahrungen. Wie ich das genau angestellt habe erfährst Du im Beitrag: „So wird der Tiefbau zur Chance und nicht zum Risiko!“

Sicher kannst Du beim Tiefbau auch einiges sparen.

Bei Dir sind die Preise anders? Schreib mir!

Bis bald und viel Spaß beim Buddeln.

Dein Mario

Juli 2017|3 Kommentare

3 Kommentare

  1. […] Jetzt mal tacheles. Was kostet eine Bodenplatte? […]

  2. Rainer 25. August 2017 um 12:33 Uhr - Antworten

    Sehr klasse geschrieben und wirklich viele wertvolle Tipps… dazu kann man nur gratulieren.
    Generell haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass wer billig auswählt meist doppelt zahlt. Natürlich kann man dies alles schön in Zahlen wiedergeben, aber ich denke ein sehr wichtiger Faktor sind Erfahrungswerte aus dem regionalen Umfeld.
    Baustelleneinrichtung ist nunmal nicht gleich Baustelleneinrichtung und selbst bei der fest definierten Bodenplatte gibt es Unternehmen welche die nur so hinklotzen und Unternehmen, welche Erfahrungen haben und ein erstklassisches Produkt liefern wollen und z.B. genau auf die Witterungslage achten.
    Ich finde es ist immer gut regional ausgeführte Arbeiten zu begutachten und mit den entsprechenden Bauherren kontakt aufzunehmen und dann von den entsprechenden Fachfirmen angebote zu erhalten und diese dann auszuwerten.

    • Mario Hermann 26. August 2017 um 15:29 Uhr - Antworten

      Hallo Rainer,
      danke für Dein Lob.
      Deine Baublogliste ist auch eine super Idee!

      „Wer billig kauft, kauft zweimal!?“
      Es ist schon ein Risiko dabei, klar. Aber damit kann man umgehen.
      Ich habe das Risiko minimiert indem das Bodengutachten, die Statik, die Ausführungsplanung, das Leistungsverzeichnis und das Angebot zum Vertragsbestandteil geworden sind. Der Vertrag ansich ist ein VOB – Vertrag. Damit muss der Tiefbauer nach den anerkannten Regeln der Technik bauen.

      Du ahnst übrigens nicht, wie gern ich eine Firma aus der näheren Umgebung genommen hätte. Aber dann hätte ich wesentlich mehr gezahlt oder erst 6 Monate später bauen können. Naja, ist halt so. Auf dem Bau ist halt gerade der Teufel los.

      Kurz noch zu den Zahlen: Die sollen einfach mal einen Eindruck vermitteln. Bei der nächsten Ausschreibung, selbst mit den gleichen Firmen, kann das schon wieder ganz anders sein. Einzelne Positionen sollte man nicht überbewerten. Es gibt halt kein Angebot, dass aus den günstigsten Positionspreisen besteht. Das ist immer eine Mischung.
      Das werd ich oben im Text besser noch ergänzen…

      Dank Dir und Viele Grüße
      Mario

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