Die Baukosten für’s Einfamilienhaus – Die harten Fakten

„Nie war es billiger ein Haus zu Bauen!“

Sagen die Banken.

Hier erfährst Du die Wahrheit.

So haben sich die Baukosten, Grundstückspreise und Finanzierungskosten  in den vergangenen Jahren entwickelt.

Was bleibt von den vermeintlich günstigen Finanzierungskosten?

So sieht’s wirklich aus.

Die Baukosten in den letzten 50 Jahren.

Schnell wird klar: Die Baukosten sind gerade nicht so günstig.

Dargestellt sind die Durchschnittskosten pro qm Wohnfläche zum Zeitpunkt der Genehmigung. Da die meisten Bauprojekte die geplanten Kosten überschreiten, kann man also noch etwas dazu legen, wenn man die realistischen Werte haben will.

Vor allem seit Beginn der Niedrigzinsphase, vor ca. 7 Jahren, steigen die Baukosten kontinuierlich. Fast schon etwas überraschend: Der prozentuale Anstieg der Baukosten war in den 80’ern teilweise noch stärker.

Baukostenentwicklung historisch
Kostenentwicklung im Hausbau 1968 bis 2017 Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2018): Baugenehmigungen  / Baufertigstellungen Baukosten  –  Lange Reihen zum Teil ab 19 62,  download 07.05.2017 aktualisiert 23.7.2018

Die Baukostenentwicklung seit 2010

Die Preissteigerung für Neubauten ist mit ca. 3% pro Jahr noch erträglich. Zumindest im Durchschnitt.

Baukostensteigerung
Baupreissteigerungen der letzten Jahre  Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2017): Baupreisindizes Neubau (konventionelle Bauart) von Wohn- und Nichtwohngebäuden einschließlich Umsatzsteuer,  download 07.05.2017

Der Durchschnitt ist aber eigentlich nicht viel wert. Schon weil hier sämtliche Baugewerke zusammen betrachtet sind.

Und dann auch noch sämtliche Häuser. Alles in einem Topf geschmissen und zerkocht.

Der Durchschnitt ist ungefähr so anregend, Wie wenn Deine Frau sagt: „Schatz, es gibt essen.“

Jetzt stell Dir vor, Dein bester Kumpel ruft an und sagt: „Ich hab gestern noch ein T-Bone Steak vom besten Fleischer der Umgebung geholt. Dry aged, 5cm dick. Hast Du Bock vorbei zu kommen und meinen neuen Grill mit einzuweihen?“

Ein kleiner Unterschied, oder?

Lass uns also einen Blick auf die Bandbreite hinter dem Durchschnitt werfen.

In welchem Bereich schwanken die Baukosten eigentlich?

Als Beispiel sollen die Häuser herhalten, die Anfang 2016 mit Architekten gebaut wurden. Hier schwanken die Kosten zwischen 1.100 und 2.700 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Und das bei einem Durchschnitt von 1.710 €/m².

Es kann sich also lohnen auf die Kosten zu achten. Und nein, kostengünstig ist nicht immer schlecht. Wenn Du auch kostengünstig und solide bauen willst, lass Dich von meiner Ideensammlung inspirieren. Du meldest Dich für meinen Newsletter an und erhältst kostenlos mein e-Book: 57 Ideen mit denen ich beim Hausbau 64.285€ gespart habe.

Zurück zur Bandbeite.

Dargestellt sind die Durchschnittskosten für den Bruttorauminhalt (BRI), die Bruttogeschoßfläche (BGF) und die Nutzfläche (NUF). Für Häuser mit normalen Raumhöhen von ca. 2,70m sind die Kosten pro qm Nutzfläche als Vergleichmaßstab am Besten geeignet. Also der graue Balken.

Haus Baukosten Bandbreite
Durchschnittspreise Ein- und Zweifamilienhäuser mittlerer Standard, unterkellert, im 1.Quartal 2016 Quelle: Baukosteninformationszentrum (Hrsg.) (2016): Musterseiten für Downloaddaten, download 07.05.2017.  Weitere Hinweise dazu findest Du beim Baukosteninformationszentrum.

Baukosten schwanken natürlich auch regional

Im Norden darfst Du im ländlichen Raum mit einem Abschlag von bis zu 15% rechnen. In den Ballungszentren und im Süden musst Du hingegen mit einem Aufschlag von bis zu 45% rechnen.

Haus Baukosten Regional
Regionale Preisunterschiede 2016 Quelle: BKI Regionalfaktoren

Jetzt hast Du einen Eindruck von den Baukosten. Was Du aber wirklich brauchst sind die Gesamtprojektkosten!

Die Gesamtprojektkosten im Projekt Baumin

Baukosten sind nicht alles! Hier mal ein Blick auf alle Kostengruppen, die zum Hausbau dazu gehören. Zur groben Orientierung zeige ich Dir die Kostenanteile vom Projekt Baumin.

 KostengruppeAnteil
100 Grundstück23%
200 Herrichten und Erschließen4%
300 Bauwerk Baukonstruktion42%
400 Bauwerk Bautechnik10%
500 Außenanlagen9%
600 Ausstattung und Kunstwerke2%
700 Baunebenkosten9%

Vorsicht: Die „Baukosten“ umfassen nur die Kostengruppen 300 und 400! Also gerade mal die Hälfte der Gesamtprojektkosten!

Du willst mehr zu Kostengruppen wissen? Dann hier lang.

Ups … die Finanzierungskosten fehlen noch …

Mit den vorgestellten Kostengruppen für das Projekt Hausbau sind wir fast fertig. Für die tatsächlichen Projektkosten, fehlen nur noch die Finanzierungskosten. Die Zinsen sind aktuell tatsächlich unschlagbar günstig.

Ein kurzer Blick auf die Finanzierungskosten: Berechnet mit einem Annuitätendarlehen inclusive vollständiger Tilgung innerhalb von 20 Jahren.

Zinsen in T€1,5%2%2,5%3%3,5%4%4,5%5%
Darlehen 150 T€2534435261718191
Darlehen 200 T€334557678294108121
Darlehen 250 T€41567187102118135152
Darlehen 300 T€506785104123142162182
Darlehen 350 T€5879100121143166189212
Darlehen 400 T€6690114138163189215242

So günstig sind die „Baukosten“ tatsächlich …

Die Vorteile der geringen Finanzierungskosten (violett) werden durch die gestiegenen Baukosten (oliv) und Grundstückspreise (helloliv) vollständig ausgeglichen. Warum?

Die gestiegenen Bau- und Grundstückskosten verursachen einen erhöhten Finanzierungsbedarf. Damit sind die Finanzierungskosten eben doch nicht so gering, wie erwartet. Trotz der sehr niedrigen Zinsen.

Ermittelt man die Gesamtprojektkosten aus Grundstückskosten + Baukosten + Finanzierungskosten sind die Preise in den letzten Jahren nahezu unverändert.

Das zeigt, dass Bauen derzeit nicht pauschal als günstig oder teuer bezeichnet werden kann!

Baukosten sind eben doch nicht sooo günstig.
Die Entwicklung der Hauptkostenblöcke Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2016): Baugenehmigungen  / Baufertigstellungen Baukosten  –  Lange Reihen zum Teil ab 19 62,  download 07.05.2017. Kaufwerte für Bauland 2000 bis 2015 Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2016): Kaufwerte für Bauland – Fachserie 17 Reihe 5, download 10.05.2017. Zinsentwicklung bei Baufinanzierung 2010 bis 2017 Quelle: Interhyp AG (Hrsg.(2017): Zinscharts – Die Zinsentwicklung in der Baufinanzierung, download 10.05.2017

Na, zufrieden mit dem Blick in die Statistik?

Wenigstens wird eins klar: Plakative Sprüche, wie „Bauen war noch nie so günstig.“ sind nicht viel mehr als ein gammliger Köder für willenlose Konsumenten.

Jetzt bist Du etwas schlauer.

Viel Erfolg beim Hausbau!

Dein Mario

PS: Wenn Kosten beim Hausbau für Dich eine Rolle spielen, dann hab ich noch etwas für Dich. Ich schenke Dir mein eBook. 57 Ideen mit denen ich beim Hausbau über 64250€ gespart habe. Als Dankeschön für die Anmeldung an meinem Newsletter. Damit bekommst Du exclusive Infos, die nicht öffentlich sind. Garantiert spamfrei und Du kannst Dich jederzeit wieder abmelden.

So baust Du kostengünstig:

Februar 2017|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Dominik 2. Mai 2018 um 9:31 Uhr - Antworten

    Toller Artikel. So kann man sich tatsächlich mal von einem Eindruck der Kosten machen, bevor man ein Projekt angeht. Vielen Dank dafür.

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