Die Checkliste – 10 Kostengruppen an die nicht jeder denkt

Sich mit Kosten zu beschäftigen macht sexy!

Warum?

Weil Dein Budget begrenzt ist. Und Du das Beste zum geringsten Preis willst.

Aber wie schaffst Du das?

So hast Du alle Kostengruppen im Blick:

Ich zeige Dir die Kostengruppen, die Dein Budget sprengen können.

Warum?

Weil neben den direkten Kosten für das Haus und das Grundstück weitere Kosten anfallen.

Wenn Du die im Griff hast, dann bleibst Du im Budget oder darunter.

Und so hast Du am Ende noch Geld übrig, um Dir etwas Besonderes zu gönnen.

Das macht sexy.

Weil’s mehr gibt, als erwartet. Nicht weniger!

Auf geht’s:

Die Kostengruppen mit dem größten Budgetanteil* an Deinem Hausbauprojekt stehen oben.

* Durchschnittspreise Ein- und Zweifamilienhäuser mittlerer Standard, unterkellert, im 1.Quartal 2016 Quelle: Baukosteninformationszentrum (Hrsg.) (2016): Musterseiten für Downloaddaten, download 07.05.2017

#1 Baunebenkosten [DIN 276 – KG 700]

Hier kommt man nicht drum rum. Die Frage ist nur, ob die Kosten im Bauvertrag schon mit abgedeckt sind oder zusätzlich anfallen. Konkret:

Architekten- und Ingeniersleistungen [DIN 276 – KG 731]

Tragwerksplanung [DIN 276 – KG 735]

Bodengutachten [DIN 276 – KG 743]

Vermessung [DIN 276 – KG 744]

Baugenehmigung / Genehmigungsfreistellung [DIN 276 – KG 771]

#2 Grundstücksnebenkosten [DIN 276 – KG 120]

Du hast Dein Traumgrundstück gefunden. Die Grundstücksnebenkosten kennst Du wahrscheinlich auch schon, oder?

Vermessungsgebühren [DIN 276 KG 121] beispielsweise Teilungskosten oder Kosten für Grenzfeststellung

Notar und Grundbucheintrag [DIN 276 KG 123] ca. 1,5% des Grundstückspreises

Maklerprovisionen [DIN 276 KG 124]

Grunderwerbssteuer [DIN 276 KG 125] – nach Bundesland zwischen 3,5 und 5,5% des Grundstückspreises.

#3 Außenanlagen [DIN 276 – KG 500]

Mach ich später, meinst Du?

Alles nur Grünzeug, glaubst Du?

Vorsicht! Manches kannst Du nicht einfach so verschieben. Weil Dein Bebauungsplan oder andere Satzungen das regeln. Oder weil es ohne einfach nicht funktioniert.

Bei Fertigstellung Deines Hauses brauchst Du mindestens:

  • Eine Grundstücksbegrenzung. Wenn nicht’s im B-Plan dazu steht, frag einfach mal bei der Gemeinde an, welche Regelungen einzuhalten sind.
  • Stellflächen für Deinen PKW also einen Parkplatz, Carport oder Garage,
  • Befestigte Wege von der Grundstücksgrenze bis zum Eingang – für trockene Füße bei Schmuddelwetter
  • Regenwasserrückhaltung bzw. Versickerung – Der Abwasserzweckverband weiß was nötig ist und
  • Einen Spritzschutzstreifen um’s Haus

Und wenn dann noch eine Menge alter Bäume auf Deinem Grundstück stehen. Dann kann ich nur sagen: Willkommen im Club! In dem Fall kommen noch die Kosten für die Fällung und Aufarbeitung hinzu. Ach ja, und natürlich die Kosten für die Ersatzpflanzung, wenn Dein gefällter Baum durch eine Baumschutzsatzung geschützt war.

Erst nachdem diese Punkte geklärt sind kommt die Kür.

Die Gestaltung Deiner grünen Oase mit allem, was Dein Herz begehrt.

#4 Herrichten und Erschließen [DIN 276 – KG 200]

Alles Pflicht. Keine Kür. Drei Punkte sind wesentlich.

Abriß [DIN 276 – KG 210] Je nach Vornutzung des Grundstücks kann der Punkt sehr unterschiedlich ausfallen. Ich hab bei den Grundstücken, die uns ernsthaft interessiert haben, jeweils bei der Kalkulationsabteilung einer Abrißfirma angerufen. Und in 5 Minuten hatte ich eine grobe Kostenvorstellung. So macht’s Spaß.

Öffentliche Erschließung [KG 220] Also die Ver- und Entsorgungseinrichtungen von der Straße bis 50 cm hinter die Grundstücksgrenze. Kann einfach sein, muss es aber nicht. Die Erschließungssituation sollte in jedem Fall vor dem Grundstückskauf klar sein. Dazu gehört: Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation aber auch Löschwasser. Die Kosten für etwaige Maßnahmen können beim jeweiligen Versorger angefragt werden.

Nichtöffentliche Erschließung [KG 230] Hier ist die Verlegung der Medien von Grundstücksgrenze bis ins Haus gemeint. Die Kosten kann man beim Tiefbauer mit anfragen.

#5 Heizung [DIN 276 – KG 420]

Ist die bei Deinem Bauvertrag mit drin? Wenn ja hast Du meist nur die Auswahl zwischen 2 oder 3 Modellen. Dann ist der Preis schnell klar. Wenn Du die Wahl zwischen verschiedenen Technoloigien hast, wirds schon kniffeliger. Entscheide Dich in der ersten Phase für eine Technologie und finde den ungefähren Preis heraus, inkl. aller notwendiger Arbeiten. Das reicht für’s Erste.

#6 Baugrube und Gründung [DIN 276 – KG 310 und 320]

Na, hast Du schonmal geschaut, ob diese Kosten in Deinem Bauvertrag mit drin sind? Meist nicht!

Meist steht irgendwo „ab Bodenplatte“. Das bedeudet, die Kosten für die Gründung kommen noch dazu. Das können leicht 30 bis 40T€ sein.

#7 Ausstattung  [DIN 276 – KG 600]

Hier kannst Du Die Kosten für Deine neue Küche reinschreiben. Wenn’s denn sein muß. Wir nehmen unsere mit. Auch Einbaumöbel, Sonderanfertigungen und dergleichen können hier mit bedacht werden. Ich hab hier einfach eine Pauschale für Möbel und Werkzeug angesetzt.

#8 Besondere Einbauten [DIN 276 – KG 370]

Schornstein oder Treppen werden hier zugeordnet.

#9 Sonstige Maßnahmen Baukonstruktion [DIN 276 – KG 390]

Baustelleneinrichtung und Gerüste sollten im Bauvertrag schon mit drin sein. Aber besser Du prüfst das nochmal nach. Die Frage ist auch wer besorgt das Baustellen WC und den Bauzaun.

#10 Fremdkapitalzinsen [DIN 276 – KG 762]

Das Ziel der DIN 276 ist die Darstellung der gesamten Projektkosten. Deshalb finde ich es gut, die Finanzierungskosten hier mit reinzunehmen. …

Das waren die 10 Kostengruppen, die Du nicht vergessen solltest.

Jetzt explodiert bestimmt gleich Dein Gehirn.

Wenn Du Dich vom ersten Schock erholt hast, kannst Du direkt loslegen und alle Kosten für Dein Traumhausprojekt zusammentragen.

Wie Du gesehen hast, ist das etwas Arbeit.

Aber ich will Dir das Leben erleichtern.

Damit Du den Überblick behältst hab ich für Dich eine kostenlose Excelvorlage vorbereitet.

Diese beinhaltet alle Kostengruppen die für den Hausbau relevant sind.

Basis ist die DIN 276 zur Ermittlung der Baukosten im Hochbau.

Nutze Sie und Du kannst sicher sein, dass Du mit Deiner Kostenplanung auf dem richtigen Weg bist!

Dein Mario

Hier geht’s zur kostenlosen Excelvorlage

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Mai 2017|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Rico Strobel 24. März 2018 um 21:05 Uhr - Antworten

    Hallo Kerstin,

    gern würde ich mir auch mal die Excel-Vorlage zur Baukostenermittlung anschauen.
    Könnte ich diese bitte per Mail bekommen?

    Danke Rico

    • Mario Hermann 4. Juni 2018 um 16:07 Uhr - Antworten

      Hallo Rico,
      ich bin zwar nicht Kestin, aber heir beim Mario kannst Du auch die Excelvorlage bekommen.
      Bitte gib einfach oben in das entsprechende Feld Deine Kontaktdaten ein.

      VG
      Mario

  2. Kerstin Schacht 16. September 2017 um 7:02 Uhr - Antworten

    Hallo Mario,

    erst einmal vielen Dank für deine vielen Tips, die uns schon das eine oder andere Licht im Kopf haben aufgehen lassen.
    Deine Exelvorlage hätte ich mir sehr gern angesehen, leider führt der Link ins Nichts. Magst du sie mir vielleicht per Mail zusenden?

    Grüßels aus Plattland
    Kerstin Schacht

    • Mario Hermann 18. September 2017 um 12:28 Uhr - Antworten

      Hallo Kerstin,
      Du solltest eine Mail mit der Vorlage erhalten haben.
      Über Feedback zur weiteren Optimierung freue ich mich.

      Viele Grüße aus Leipzig.
      Mario

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